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Kreiselball für die Sport-AG an der Schule
In der Halle steht eine Turnbank quer, auf jeder Seite ein Kind, den Kreisel in beiden Händen. Der erste Aufschlag geht rüber, der weiche blaue Ball springt einmal auf, und schon habt ihr eine Idee für die Sport-AG an eurer Schule, die Kinder ab etwa acht Jahren in Minuten lernen.

Erfunden hat das Spiel Patrick Holz, 2010 in Neustadt am Rübenberge in der Region Hannover. Der TSV Neustadt nahm es 2021 als erster Verein ins Programm, seitdem wollen auch Stadtfeste und Schulen Kreiselball sehen. Im September 2025 berichtete die Neustädter Zeitung vom „Tag der Sporttalente“ an der KGS Neustadt und zählte Teqball und Kreiselball zu den Trendsportarten.
Der Kreisel ist eigentlich ein Gleichgewichtsgerät. Eine Seite ist rund, die andere flach, einen Griff gibt es nicht. Damit spielt man einen weichen Ball über ein Netz hin und her. Kreiselball ist also ein Rückschlagspiel, genau wie Badminton oder Faustball. Wie es sich neben Pickleball und Roundnet schlägt, steht in unserem Check der Trendsportarten für den Sportunterricht.
Was eine Sport-AG an der Schule davon hat
Den Kreisel halten die Kinder nach Sekunden richtig, und für die ersten Ballwechsel brauchen sie kaum Regeln.
In einer AG sind sportliche und weniger sportliche Kinder zusammen. Kreiselball ist langsam genug, dass jeder die Bälle erreicht, auch wer nicht so gut zu Fuß ist. Je besser die Gruppe spielt, desto schneller wird es.
Sobald ihr Punkte zählt, unterscheiden die Kreiselball-Regeln zwischen Einzel und Doppel.
- Im Einzel gibt es pro Punkt zwei Aufschläge. Der Aufschlag muss im anderen Feld einmal aufspringen, danach darf der Ball auch direkt zurückgespielt werden. Gespielt wird bis 25 Punkte, gewinnen kann man nur mit zwei Punkten Vorsprung. Bei 24:24 endet das Spiel unentschieden.
- Im Doppel muss der Ball nach jedem Schlag im gegnerischen Feld aufspringen, und die beiden Partner schlagen immer im Wechsel. Gespielt wird bis 19 Punkte, auch hier mit zwei Punkten Vorsprung. Bei 18:18 endet das Spiel unentschieden.
Was ihr anschaffen müsst
Die Ausrüstung ist schnell aufgezählt. Jedes Kind braucht einen eigenen Kreisel, pro Feld kommt ein Ball dazu.
| Material | So sieht es aus | Kostet etwa |
|---|---|---|
| Kreisel | 35 bis 45 cm Durchmesser. Wir empfehlen den GymTop Balancekreisel von Jakobs, zum Beispiel aus dem Sportlädchen. | 30 Euro pro Stück |
| Ball | Weichschaumball Volley Allround, 18 cm Durchmesser, 145 Gramm. Er springt gut. Zum Beispiel von Sport-Thieme. | 24 Euro |
| Netz | 1,10 Meter hoch. Zum Kennenlernen reicht eine Turnbank. | |
| Feld | 10 mal 4,50 Meter. Für den Anfang reicht ein Badmintonfeld. |
Rechnen wir mit zwölf Kindern. Passen in eure Halle drei Felder und auf jedem läuft ein Doppel, braucht ihr zwölf Kreisel und drei Bälle. Das sind rund 360 Euro für die Kreisel und etwa 72 Euro für die Bälle. Als Netz nehmt ihr auf jedem Feld eine Bank.
Liegen in eurem Geräteraum schon ein paar Kreisel, könnt ihr vor der Bestellung in einer normalen Sportstunde testen, ob die Kinder Lust darauf haben, zum Beispiel mit dem Ablauf aus unserem Artikel über Rückschlagspiele im Sportunterricht.
In der Pause reicht eine Bank
In Neustadt gehört Kreiselball schon zur bewegten Pause. Ein Netz braucht ihr in der Pause nicht. Eine Bank in die Mitte, auf jede Seite ein Kind mit Kreisel, fertig. Vorher erklärt ihr nur, dass niemand mit einer Hand schlagen darf und dass der Aufschlag drüben einmal aufspringen muss.
Fördergeld, wenn ein Verein mitmacht
Holt ihr einen Sportverein dazu, kommt in Niedersachsen das Programm „Bildung braucht Bewegung!“ der Sportjugend Niedersachsen infrage. Nach den Regeln für 2026 kann ein Verein pro Schuljahr insgesamt bis zu 1.250 Euro beantragen, bezahlt werden davon nur Honorare für Übungsleitende. In den Verein eintreten müssen die Kinder dafür nicht.
Zu Kreiselball passt vor allem die Schnupper-AG. Sie läuft mindestens einmal pro Woche, insgesamt mindestens 20 Einheiten zu je 45 Minuten, und bringt dem Verein 250 Euro. Den Antrag stellt ein Sportverein, der ordentliches Mitglied im Landessportbund ist, die Schule unterschreibt als Partner. Anfangen dürft ihr erst nach der Förderzusage, und mitmachen müssen mindestens zehn Kinder. Arbeitet ein Verein mit einer Ganztagsschule zusammen, fördert das Programm das grundsätzlich nicht.
Soll aus der AG später ein festes Angebot im Verein werden, lohnt ein Blick auf die Fördermöglichkeiten beim Landessportbund Niedersachsen. Dort beantragen Vereine das Geld selbst, Schulen können das nicht. Welche Programme es dort gibt, haben wir unter Fördermittel für Sportvereine in Niedersachsen zusammengestellt.
So fangt ihr an
Nach eurer Anfrage bekommt ihr von uns das Regelwerk und Vorlagen für Spielpläne und Ranglisten. Zum Kennenlerntag kommen wir an eure Schule und zeigen den Kindern, wie es geht. Wie das mit der Anfahrt zu Schulen läuft, klärt Patrick direkt mit euch.
Schreibt uns einfach, an welchem Wochentag eure AG Hallenzeit hat.
Häufige Fragen
Braucht die AG-Leitung eine Lizenz für Kreiselball?
Nein, eine Lizenz braucht ihr nicht. Wer das Spiel vorher selbst ausprobieren will, kann jederzeit beim Training in Neustadt am Rübenberge zuschauen und mitspielen.
Wie oft sollte eine Kreiselball-AG spielen?
Für den Anfang reicht ein Termin pro Woche. Der TSV Neustadt trainiert zweimal, montags und mittwochs.
Wie lange dauert der Aufbau?
Etwa zehn Minuten, der Abbau geht genauso schnell. Das ganze Material ist mobil.
Kann die AG auch draußen spielen?
Ja. Draußen spielt die AG auf Tartan, Asche, Kunstrasen oder Rasen, drinnen in der Halle.
Ihr plant eine AG oder einen Kennenlerntag? Schreibt uns kurz, wer ihr seid und was ihr vorhabt. Als Schule anfragen
Quellen
- Sportjugend Niedersachsen: Schule & Sportverein, abgerufen am 08.10.2026
- LSB Niedersachsen: Fördermöglichkeiten, abgerufen am 08.10.2026
- Wikipedia: Rückschlagspiel, abgerufen am 08.10.2026
- Neustädter Zeitung: Tag der Sporttalente, abgerufen am 08.10.2026